{"id":54,"date":"2014-06-23T17:04:55","date_gmt":"2014-06-23T17:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/feisar.de\/blog\/?p=54"},"modified":"2014-06-27T15:03:36","modified_gmt":"2014-06-27T15:03:36","slug":"loudness-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feisar.de\/blog\/loudness-war\/","title":{"rendered":"Loudness War &#8211; Krieg der Lautst\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Unbeachtet von Vielen, hat sich in der j\u00fcngeren Vergangenheit ein neuer Trend beim Abmischen von Musik eingeschlichen, der als Loudness War bezeichnet wird.<\/p>\n<p><strong>Wozu?<\/strong> Wenn viel Musik nacheinander gespielt wird, soll m\u00f6glichst die eigene hervorstechen. Das gilt f\u00fcr normale Musik genauso wie f\u00fcr Werbung. Um das zu erreichen, wird ganz einfach die Lautst\u00e4rke erh\u00f6ht. Nat\u00fcrlich hat kann die Musik nicht von sich aus den Lautst\u00e4rkeregler steuern,\u00a0 aber man kann die Musik so aufnehmen bzw. abspeichern, dass ein m\u00f6glichst lauter Eindruck entsteht.<\/p>\n<p><strong>Wie geht das?<\/strong> Bei jeglicher digitalen Musik, ob Audio CD oder MP3, wird die Amplitude des Tons als Zahl ausgedr\u00fcckt. Eine CD z.B. speichert diese als Zahlen als 16 Bit (2 Bytes), also Zahlen zwischen -32768 und +32768 ab. Als Kurve dargestellt ergibt sich dann z.B. so ein Bild:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-66\" src=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness1.png\" alt=\"loudness1\" width=\"640\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness1.png 640w, https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness1-300x116.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um alles lauter zu machen, werden alle Zahlen mit einem Faktor multipliziert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-67\" src=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness2.png\" alt=\"loudness2\" width=\"640\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness2.png 640w, https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness2-300x106.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wass passiert nun aber mit den Zahlen, die bereits am Anschlag, also bei 32768 waren? Da die CD keine gr\u00f6\u00dferen Zahlen als 32768 im Datenstrom der Musik speichern kann, bleibt nichts weiter \u00fcbrig, als daf\u00fcr ebenfalls 32768 einzutragen. Das nennt man &#8220;Clipping&#8221;, es wird Information weggeschnitten. Da jeweils nur kurze Passagen sehr laut sind (z.B. der Anschlag einer Snare Drum), erscheint das vernachl\u00e4ssigbar. Dennoch ver\u00e4ndert sich der Ton, und Musikfreunde mit feinerem Geh\u00f6r stellen erste Auff\u00e4lligkeiten fest.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-68\" src=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness3.png\" alt=\"loudness3\" width=\"626\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness3.png 626w, https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/loudness3-300x109.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt kann man generell versuchen, die leisen Passagen noch lauter zum machen und die lauten Passagen leiser zu lassen. Dadurch ver\u00e4ndert sich der Klang noch einmal. Ein Musikproduzent lieferte ein anschauliches Bild f\u00fcr das Ergebnis: Es klingt, wie wenn eine Band mit voller Lautst\u00e4rke hinter einer Schaufensterscheibe spielt.<\/p>\n<p><strong>Und die Fans?<\/strong> Die Musikfans haben sich damit nicht arrangieren k\u00f6nnen. Als 2008 das Metallica Album &#8220;<span class=\"article-content\"><em>Death Magnetic<\/em><\/span>&#8221; erschien, das als eines der lautesten Alben \u00fcberhaupt gilt, wurde eine Petition gestartet, um zu erreichen, dass es nochmal neu abgemischt wird.<\/p>\n<p><strong>Und heute?<\/strong> Generell gilt der Loudness War als \u00fcberwunden, zumindest was die Musik betrifft. Bei der Werbung gilt allerdings: Weiter aufdrehen wie bisher.\u00a0 Und so kommt es, dass ein Film im Fernsehen vielleicht gerade an einer leisen Stelle unterbrochen wird, und dann die Werbung mit der maximalen Lautst\u00e4rke j\u00e4h die Atmosph\u00e4re zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Mehr zum Tema: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3Gmex_4hreQ\">Youtube<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Loudness_war\">Wikipedia<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unbeachtet von Vielen, hat sich in der j\u00fcngeren Vergangenheit ein neuer Trend beim Abmischen von Musik eingeschlichen, der als Loudness War bezeichnet wird. Wozu? Wenn viel Musik nacheinander gespielt wird, soll m\u00f6glichst die eigene hervorstechen. Das gilt f\u00fcr normale Musik genauso wie f\u00fcr Werbung. Um das zu erreichen, wird ganz einfach die Lautst\u00e4rke erh\u00f6ht. 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