{"id":648,"date":"2016-01-31T23:07:07","date_gmt":"2016-01-31T21:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/feisar.de\/blog\/?p=648"},"modified":"2016-01-31T23:07:07","modified_gmt":"2016-01-31T21:07:07","slug":"podcasts-der-woche-reality-tv-und-cannabis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feisar.de\/blog\/podcasts-der-woche-reality-tv-und-cannabis\/","title":{"rendered":"Podcasts der Woche &#8211; Reality TV und Cannabis"},"content":{"rendered":"<h6>SWR2 Wissen &#8211; Reality TV und die Folgen &#8211; Wie das Fernsehen die Zuschauer verwirrt<\/h6>\n<p>Oje. Hier ging bei SWR2 Wissen etwas daneben: Die Sendung basiert auf der Idee, dass bildungsferne Schichten die neuen Scripted-Reality TV-Formate f\u00fcr echt, authentisch und dokumentarisch halten. Das ist aber gar nicht der Fall, wie die Sendung unfreiwillig selbst demonstriert.<\/p>\n<p>Sendungen im Fernsehen bewegen sich zwischen Fiktion (also frei Erfundenem) \u00fcber Dokumentation bis zur Liveschaltung. Mittlerweile sind aber auch Kategorien dazwischen entstanden: So enthalten Dokumentarfilme neuerdings auch nachgespielte Szenen (Reenactments): Schauspieler spielen einzelne Szenen nach, wie sie gewesen sein k\u00f6nnten. Der Zuschauer soll sich dann besser vorstellen k\u00f6nnen, wie z.B. Napoleon seine Truppen befehligte.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit gibt es aber auch Sendungen wie &#8220;Berlin Tag und Nacht&#8221;, bei der mit Wackelkamera dokumentarfilmartig das Leben rund um eine Berliner WG gezeigt wird. Dabei wird &#8220;scripted Reality&#8221; eingesetzt: Es gibt ein Skript, nach dem sich die Laienschauspieler zu richten haben. Es gibt aber keine Zeilen, die die Schauspieler aufsagen m\u00fcssen. Um noch mehr Authentizit\u00e4t zu erreichen, sind die Figuren sehr nah an den Schauspielern angelehnt. Die Geschichten selbst sind jedoch frei erfunden.<\/p>\n<p>Die Macher der SWR-Sendung kommen zu dem Schluss, dass diese N\u00e4he vom Schauspieler zur Figur, der Dokumentarfilmstil sowie die Vermarktung der Serie auf Twitter, Facebook und co die Zuschauer hinters Licht f\u00fchren w\u00fcrde. Bei Berlin Tag und Nacht gibt es eine F\u00fchrung zu den Orten, an denen die Serie gedreht wird. Die Redakteurin der SWR Sendung ist dabei und macht Interviews mit den Fans, die die F\u00fchrung besuchen. Dabei wird klar, dass die Fans entweder sofort wussten, dass das eine erfunden Serie ist oder im schlimmsten Fall etwa zwei Wochen gebraucht haben, um zu erkennen, dass Berlin Tag und Nacht nicht &#8220;echt&#8221; war.<\/p>\n<p>Die Experten, die in der SWR-Sendung ebenfalls zu Wort kommen, \u00e4u\u00dfern sich sehr besorgt \u00fcber das Fernsehformat. Sie glauben:<\/p>\n<ul>\n<li>Heranwachsende und Menschen aus bildungsfernen Schichten werden arglistig get\u00e4uscht. Durch die neuen Fernsehgewohnheiten erlernen sie ein falsches Bild von Beziehungen.<\/li>\n<li>Heranwachsende m\u00fcssen mit mehr Medienkompetenz ausgestattet werden, um solche T\u00e4uschungen zu erkennen.<\/li>\n<li>Eine Kennzeichnungspflicht muss her, damit jeder erkennen kann, welche Art Sendung gerade l\u00e4uft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gegen mehr Medienkompetenz ist selten etwas einzuwenden. Ansonsten aber scheint es, dass die Experten die Serienzuschauer untersch\u00e4tzen&#8230;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/mp3-download.swr.de\/swr2\/wissen\/sendungen\/2016\/01\/swr2wissen-20160123-reality-tv-und-die-folgen-wie-das-fernsehen-die-zuschauer-verwirrt.12844s.mp3\">Sendung<\/a>, <a href=\"http:\/\/www1.swr.de\/podcast\/xml\/swr2\/wissen.xml\">Podcast<\/a>, <a href=\"http:\/\/swr2.de\/wissen\">SWR2 Wissen<\/a><\/p>\n<h2>scobel &#8211; Cannabis<\/h2>\n<p>Die 3sat-Sendung &#8220;scobel&#8221; ist kein echter Podcast, sondern eine Fernsehsendung, die sich praktischerweise auch als Videopodcast abonnieren l\u00e4sst. Die Sendung besteht aus kleinen Filmbeitr\u00e4gen und einem Diskussionsteil. Das aktuelle Thema ist Cannabis. Neben dem F\u00fcr und Wieder, ob man Cannabis legalisieren sollte und wenn ja, wie, gibt es einige interessante Einblicke:<\/p>\n<ul>\n<li>In der Sendung wird ein Patient interviewt, der seine ADHS-Erkrankung neben Ritalin auch legal mit Cannabis behandelt. Er ist einer von nur 600 Patienten, die Cannabis als Medikament nehmen (d\u00fcrfen).<\/li>\n<li>Hanf enth\u00e4lt sehr viele Substanzen, die aber wegen des Verbots der Pflanze offenbar unzureichend erforscht werden.<\/li>\n<li>Cannabis ist derzeit erwiesenerma\u00dfen nur in der Schmerztherapie und bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glaukom\">gr\u00fcnem Star<\/a> als Mittel gut erforscht.<\/li>\n<li>Isreal hat kein Verbot von Hanf. Dort wird daran geforscht, eine Variante zu z\u00fcchten, die kein Rauschmittel enth\u00e4lt.<\/li>\n<li>\n<figure id=\"attachment_656\" aria-describedby=\"caption-attachment-656\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/?attachment_id=656\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-656 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/feisar.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/anslinger-150x150.jpg\" alt=\"Harry J. Anslinger\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-656\" class=\"wp-caption-text\">Harry J. Anslinger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Verbot von Cannabis hat eine interessante Geschichte. Im 19. Jahrhundert wurde in den USA viel Lobbyarbeit betrieben, um Hanf zu verbieten. Dabei ging es nicht nur um Politik, sondern handfeste Wirtschaftsinteressen. Der Vorsitzende des Federal Bureau of Narcotics, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harry_J._Anslinger\">Harry J. Anslinger<\/a>, arbeitete ma\u00dfgeblich darauf hin, dass Hanf illegal wird. Dabei schlug er auch rassistische T\u00f6ne an. Schwarze w\u00fcrden im Drogenrausch wei\u00dfe Frauen vergewaltigen. Er verwendete immer das Wort &#8220;Marihuana&#8221;, um nicht Hanf zu verwenden. Kritiker werfen Anslinger vor, dass er das Verbot wegen seiner Verbindungen in die Wirtschaft betrieb. Diese hatte Interesse daran hatten, dass Hanf vom Markt verschwindet. So hatte z.B. der Zeitungsverleger <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/William_Randolph_Hearst\">William Randolph Hearst<\/a> in Holz zur Papierherstellung investiert. Da w\u00e4re Hanf eine unliebsame Konkurrenz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/scobel\/scobel_titel.html\">Sendung<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/mediathek\/rss\/mediathek_scobel.xml\">Podcast<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/mediathek\/?mode=play&amp;obj=56673\">Video &#8220;Warum wurde Cannabis verboten?&#8221;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SWR2 Wissen &#8211; Reality TV und die Folgen &#8211; Wie das Fernsehen die Zuschauer verwirrt Oje. Hier ging bei SWR2 Wissen etwas daneben: Die Sendung basiert auf der Idee, dass bildungsferne Schichten die neuen Scripted-Reality TV-Formate f\u00fcr echt, authentisch und dokumentarisch halten. 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