Der TransMilenio von Bogotà

Kolumbiens Hauptstadt Bogotà ist eine Metropole, in der 8 Millionen Menschen leben. Die Stadt wächst rasant: 1950 waren es noch weniger als 1 Million Menschen. Wie in solchen Megastädten üblich, herrschte auf den Straßen ein Verkehrschaos. Nach jahrzehntelangen Diskussionen wurde die Planung für ein U-Bahn-System verworfen. Statt dessen setzte Bogotà auf ein Schnellbussystem, das wie eine U-Bahn funktioniert: Den TransMilenio.

Haltestelle Estación Mundo Aventura mit Gelenkbus und exklusiven Fahrspuren
Haltestelle Estación Mundo Aventura mit Gelenkbus und exklusiven Fahrspuren

Die Busse des TransMilenio haben eigene Fahrspuren und besondere Haltestellen. Wie bei U-Bahnstationen steigen die Fahrgäste auf einer erhöhten Plattform ein und aus. Dabei muss keine Stufe überwunden werden. Beim Umsteigen wechselt man von einer Plattform zur anderen. So lange man die Stationen nicht verlässt, muss nicht erneut bezahlt werden, was die Umsteigezeiten verkürzt. Nur beim Betreten einer Busstation wird mit einer elektronischen Chipkarte bezahlt. Die Stationen verfügen meist über Fahrradstellplätze und werden auch vielfach von kleineren Zubringerbussen angefahren.

Im Gegensatz zur U-Bahn ist ein Schnellbussystem viel günstiger und kann schneller angepasst werden. Die verschiedenen Buslinien ziehen sich sehr gerade durch die Stadt, mit nur wenigen Kurven. Daher war es möglich, auf vielen Strecken Doppelgelenkbusse einzusetzen. Mit der Einführung 2007 erhöhten sich die Fahrgastzahlen für diese Linien von 170 auf 270 Personen.

Doppelgelenkbus
Doppelgelenkbus

Natürlich bleibt auch Kritik nicht aus: Die Busse seien für den Bedarf zu klein und zu wenige. Durch den Dieselantrieb würden sie die Umwelt belasten. Der Fahrpreis ist nicht subventioniert und deshalb insbesondere für ärmere Menschen nicht immer erschwinglich.

Dennoch ist der TransMilenio für sich rasch entwickelnde Städte zum Vorbild geworden, wie z.B. für Santiago de Chile und Mexiko-Stadt. Kein anderes öffentliches Transportsystem scheint die Probleme der Megastädte in ähnlicher Weise zu lösen.

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