Podcasts der Woche – Krieg und Wirtschaft, Satanisten und spannende Geschichten

BBC Business Daily: Business Lessons on War

Im Interview mit dem ehemaligen 4-Sterne-General Stanley McChrystal versucht die BBC Reporterin herauszufinden, ob man aus den Erfahrungen, die er während seines Einsatzes in Afghanistan gemacht hat, Lehren für die Arbeitswelt ableiten kann. McCrystal erzählt, dass er am Anfang jede Operation einzeln genehmigt hat und schnell gemerkt hat, dass das zu langsam war. Die Lösung war, Einsatzentscheidungen zu delegieren. Das schien zunächst einfach zu sein, aber die neuen Entscheidungsträger mussten mit sehr viel mehr Informationen als bisher versorgt werden. Außerdem stellte es das ganze militärische Konzept von Befehl und Gehorsam auf den Kopf. Die untersten Dienstgrade waren begeistert und die obersten verständnisvoll, aber die mittlere Führungsschicht war stark verunsichert.

McCrystal wurde 2010 von Präsident Barack Obama entlassen, weil er sich in einem Interview im Rolling Stone Magazin kritisch über die Regierung geäußert hat. Seitdem ist er an der Universität Yale, gibt dort Kurse in „Leadership“ und berät Unternehmen. Er hält die Erfahrungen des Militärs für übertragbar auf die Wirtschaft. Unternehmen müssten ebenfalls in der Lage sein, ihre internen Strukturen zu ändern, um in neuen Situationen erfolgreich zu sein. Genau wie beim Militär würde eine Änderung in der Entscheidungsstruktur nicht über Nacht kommen, sondern müsse von oben vorgelebt werden und sich so nach und nach durch die gesamte Struktur übertragen.

Quelle: Sendung, Podcast

Stuff You Should Know: The „Satanic Panic“ of the 1980s

Der Podcast „Stuff You Should Know“ handelt nicht wirklich von Sachen, die man wissen sollte. Interessant sind viele Folgen aber trotzdem. In lockerem Gesprächsstil unterhalten sich Charles und Josh über ein Thema, das sie zuvor recherchiert haben.

Wer die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts durchlebt hat, wird diese Folge besonders interessant finden. Die „Satanic Panic“ war eine Zeit der Hysterie in den USA, die heute etwas schwer zu erklären ist. Anfang der 80er Jahre dachten viele in den USA, es gäbe Gruppen von religiösen Teufelsanbetern, die Kinder entführen und umbringen, dabei satanische Rituale durchführen und schwarze Messen zelebrieren würden.

Wie konnte es zu der Hysterie kommen? Es scheint, als ob viele Faktoren zusammen kamen, die das Thema so in den Vordergrund getragen haben.

Zum einen haben Anfang der 70er Jahre in vielen Familien die Frauen aufgehört, Hausfrauen zu sein. Sobald die Kinder ein gewisses Alter erreichten, wurde wieder gearbeitet. Kinder, die zuvor zu Hause von den Müttern betreut wurden, wurden jetzt tagsüber in Kindertagesstätten (day care centers) beaufsichtigt. In der gleichen Zeit wurde ein Gesetz eingeführt, nachdem Ärzte alle Fälle von Kindesmissbrauch melden mussten. Während es vorher in den USA im Jahr ca 64.000 Fälle von Kindesmissbrauch gab, wuchs diese Zahl innerhalb kurzer Zeit auf etwa drei Millionen an. Das führte bei Eltern zu einer Verunsicherung: Ist mein eigenes Kind gut betreut? Können wir uns sicher sein, dass die Betreuer nichts anstellen?

Andererseits gab es, bedingt durch Horrorfilme (1968 – Rosemarys Baby, 1973 – Der Exorzist usw.) und Rockmusik, mehr und mehr Darstellungen von satanistischen Symbolen.

Im Jahr 1978 kam es zu dem spektakulären Massensuizid von Jonestown. Der Anführer der Sekte „Peoples Temple“, Jim Jones, hatte den Selbstmord in seiner Kommune befohlen. Mehr als 900 Menschen haben sich ermordet oder wurden umgebracht. Unter den Opfern waren auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Zwar fanden die Ereignisse in Guyana statt, aber durch den Besuch eines US Kongressabgeordneten mit Filmteam war die Berichterstattung umfangreich.

Unterdessen stiegen in den USA die Anzahl der Gerichtsprozesse wegen Kindesmissbrauch. Der Fall der McMartin Preschool ging besonders durch die Medien. Aus dem Verdacht von Kindesmissbrauch in einem konkreten Fall wurden immer mehr Anschuldigungen mit zum Teil irrwitzigen Vorwürfen. Die Ankläger warfen den Lehrern vor, Kinder sexuell missbraucht zu haben und dabei mit Roben und Masken verkleidet, satanistische Rituale durchgeführt zu haben. Nach sechs Jahren wurden die Verdächtigen freigesprochen. Das Thema war jedoch in den Medien der Zeit allgegenwärtig. Jede Talkshow hatte einen Experten für Satanismus. Diese Experten veröffentlichten Bücher, traten in Sondersendungen auf und heizten die Stimmung noch mehr an.

Erst Anfang der 90er Jahre war die Hysterie langsam abgeebbt: Es stellte sich heraus, dass die Vorwürfe in den meisten Prozessen haltlos waren. Es gab auch keine satanistischen Sekten, die massenweise Kinder missbrauchten oder gar umbrachten.

Quelle: Sendung, Artikel, Podcast

The Gist: Near Death Winter Tales

„The Gist“ ist eine tägliche Sendung, in der Mike Pesca mit Interviewpartnern im Studio spricht. Zu seinen Gästen gehört auch der Autor und Geschichtenerzähler Matthew Dicks. Bei seinem zweiten Auftritt bei „the Gist“ erzählt er eine Kurzgeschichte: Im Winter 1988, am 23. Dezember, kauft er Weihnachtsgeschenke für seine Freunde. Danach macht er sich mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit. Weil er aber spät dran ist, muss er sich beeilen und vergisst das Anschnallen. In einer Kurve gerät er auf Schnee und Eis ins Rutschen und kracht frontal auf ein anderes, entgegenkommendes Fahrzeug. Durch den Unfall wird er schwer verletzt. Er kann zwar noch aussteigen und sich mit Zeugen des Unfalls unterhalten, wird aber ohnmächtig. Im Krankenhaus wacht er wieder auf. Er muss über Weihnachten dort bleiben und kann seine Geschenke nicht überbringen.

Ganz im Gegensatz zu mir kann Matthew Dicks‘ die Geschichte so erzählen, dass sie spannend ist. Das besondere ist aber, dass er im Gespräch mit Mike Pesca erklärt, warum die Geschichte interessant und spannend für Zuhörer ist. Wie bringt er die Zuhörer dazu, dabei zu bleiben? Zum Beispiel hat jede Handlung einen Ort, der ganz kurz beschrieben wird. Am Anfang der Geschichte tritt die Hauptfigur aus „Strawberry Records“ mit einer Einkaufstüte. Sein Freund Pat kommt ihm auf dem Gehweg entgegen. Und auch wenn man nicht genau weiß, wie dieser Musikladen 1988 ausgesehen haben mag, hat man sich doch automatisch ein Bild im Kopf. Auch für den Verlauf der Geschichte hat Matthew Dicks einige Tipps. Durch die Abwechslung von schönen Momenten und dem Horrorcrash, der in der Geschichte den Höhepunkt bildet, kann er die Emotionen der Zuhörer beeinflussen. Zu guter Letzt verrät er, dass seine Geschichte sehr ähnlich zu dem Film Jurassic Park ist, denn auch dort werden die gleichen Erzähltechniken verwendet.

Quelle: Sendung, Podcast

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